Einführungsrede zur Ausstellung “Querschnitt”
in der Sparkasse Vogtland, Auerbach

von Steffi Klug, Vorstandsmitglied Kunstverein Plauen

Zwei Bemerkungen vorweg:

Zum einen ist dieser Querschnitt, wie meist üblich, lediglich ein Auszug ihres gesamten Repertoires. Sie bedient sich neben der Malerei auch anderer künstlerischer Medien um ihrem Empfinden und Denken Ausdruck zu verleihen.
Aber die Malerei ist sicherlich der wichtigste oder wesentlichste Teil ihres Schaffens.

Zum anderen könnte die Ausstellung mit Recht einen ganz anderen Titel tragen. Beispielsweise Traumwelt oder Traumbilder oder ähnlich. Im vergangenen Jahr stellte die Künstlerin gemeinsam mit Ralph Kunzmann unter dem Titel Traumbilder/Bildertraum in der Galerie im Malzhaus aus. Diese Namensgebung kommt nicht von ungefähr. Und damit kommen wir auch schon zur Materie.
Wenn Sie sich von Bild zu Bild bewegen könnte es Ihnen passieren, dass sie in eine zunächst lautlose Welt eintauchen nur um dann völlig neue Töne zu hören und vor allen Dingen sehen.
Es ist dies die Welt des Sehens und Fühlens der Künstlerin Marion Lucka.
Auf äußerst sensible Art bedient sie sich der Farben, sei es violett, rot blau oder wie auch immer, und bringt verschiedenste Nuancen des jeweiligen Kolorits hervor.
Eröffnung Querschnitte AuerbachIn diesem Moment erzeugt Marion Lucka interessanterweise Töne oder Stimmen.

Nun könnte man vielleicht auf die Idee kommen, dass EIN Bild Ton in Ton seinen Reiz hat
der sich aber schnell verliert,
ist jede Arbeit in diesem Modus geschaffen.
Diese Befürchtung wird sich beim Rundgang durch diese Ausstellung jedoch schnell zerstreuen.
Denn keine Arbeit gleicht der anderen.
Marion Lucka bringt die Farben nicht einfach so auf die Leinwand sondern sie erzeugt neue Welten.
Sie schafft surreale Figuren, ja ganze Szenerien. Es sind die Gedanken, die Träume/Albträume und Gefühle der Künstlerin, die hier konkret werden.
Es sind Ängste gleichermaßen wie Freude oder Sehnsüchte, die auf der Leinwand Gestalt annehmen und auf Sie herabblicken.
Sie werden beim Rundgang bemerken, dass die weibliche Figur eine oftmals dominante Rolle spielt.
Trotz der Dominanz und des offensichtlichen Stolzes verkörpern die Frauen gleichermaßen Verwundbarkeit auch Leiden oder Schmerz.
Mag das eine offensichtlich dargestellt sein – so lässt sich das andere nur über die Deutung von Symbolen erahnen.
Was verraten zugenähte Augen oder Weibliche Figuren, deren Leiber eine einzige Wunde sind oder partiell bluten?
Ist es der Schmerz einer einzelnen Frau oder im übertragenen Sinne der Kelch aller Frauen?
Sind es äußere oder innere Qualen? Oder ist es nur SYMBOL der Verletzlichkeit?

Augen sind generell ein wichtiges Symbol dessen sich die Künstlerin bedient.
Sie werden sich ganz sicher schon oft mit Ihren eigenen Augen oder denen Ihres Gegenübers beschäftigt haben.
Ich meine jetzt nicht weil sie eine Bindehautentzündung haben oder gar eine Brille brauchen, oder weil Ihnen etwas ins Auge geflogen ist und ihr Gegenüber soll es herausholen ohne ins Auge zu fassen.
Nein. Vielmehr geht es hier um die Wirkung der Augen als Bestandteil des Gesichtes. Augen können stolz blicken hart traurig und so weiter, und bestimmen damit die Gesamtmimik.
Marion Lucka arbeitet zielsicher auf der Leinwand und lässt die Augen sprechen.
Andere Symbole wie Flügel, Tiere, Fabelwesen oder Fenster, Münder und dergleichen mehr werden geschickt in jeder Arbeit angeordnet, so dass sich das Gesamtwerk in einem einzigen Fluss befindet.
Manchmal wirkt es wie ein Kreislauf, der sich fortwährend vor unserem Auge abspielt.
Die eine oder andere Welt eröffnet sich dem Betrachter erst wenn nach dem bequemen Blick der genaue folgt.
Die Mehrdeutigkeit der Symbolsprache eröffnet dem Betrachter eine eigene Sichtweise auf die Dinge.
Sie werden auf den verschiedenen Etagen Arbeiten im unterschiedlichen Stil finden.
Zumeist entsprechen sie verschiedenen zeitlichen Schaffensperioden der Künstlerin.
Oft sind sie identisch mit den unterschiedlichsten Lebensphasen Momente, die Marion Lucka bewogen haben, sich in dieser Bildsprache zu äußern.

Die Werke sind in ihrer Formenvielfalt klar konstruiert, Hier finden Sie auch den Hintergrund für die Farbgebung der Arbeiten. Formen und Figuren und Symbole werden durch feinste Farbnuancen besonders betont.
Jedes Bild verdient besondere Aufmerksamkeit auch wenn das Betrachten hin und wieder einen leisen Hauch von Kälte oder Schmerz verspricht.

Schauen sie nicht weg sondern hin …

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